Recap: CPX – Performance Marketing Gipfel

Ende April fand in München der CPX Performance Marketing Gipfel statt. Vor Ort konnten Online-Marketer und SEA-Nerds tiefe Einblicke in die aktuellsten Trends und die Entwicklungen der Online-Marketing Welt gewinnen. Ganz und gar nach dem Motto „Zurücklehnen und aufmerksam zuhören“ ging es am 24. April in den ersten von insgesamt zwei Konferenztagen.

Smart Speaker als Kampf um die nächste Generation Plattform

Online Marketer Andre Alpar gab in seiner Keynote Einblick in angesagte Performance Marketing Trends und eröffnete damit die zweitägige Veranstaltung. Er betitelte „smart speaker“ als die nächste Generation Plattform. Hier sieht der Keynote Speaker jedoch noch viel Verbesserungspotential und betonte im selben Zug, dass seiner Meinung nach die Bildkomponente fehlt. Er begründete die Aussage damit, dass User keinen Kauf abschließen, ohne das Produkt zuvor gesehen zu haben.
Zudem betonte Andre Alpar, dass Storytelling weiterhin eine große Rolle spielen wird. In einem Beispiel zeigte er auf, dass Storyfication besonders gut auf Instagram performt und somit auf das Potential von Instagram Stories zurückgegriffen werden sollte, um Marketingbotschaften viral zu verbreiten. Hinsichtlich der Reichweite liegt Instagram deutlich vor der des großen Bruders Facebook.

Testen, testen, testen

Bevor es in die Mittagspause ging, betonten Marie-Claire Raden und Danute Florczyk, beide Gründerinnen und Geschäftsführerinnen von tectumedia, in ihrem Vortrag, dass Facebook nicht nur als Abschöpfungskanal dient, sondern strategisch wichtig zur Neukundengewinnung ist und somit heutzutage als Marketingkanal nicht mehr außer Acht zu denken ist. „Das A und O des Online-Marketings ist: Testen, testen, testen!“ so Marie-Claire Raden und machte Mut, offen für neue Formate zu sein. Ein wichtiger Aspekt hierfür sei jedoch, dass Bestandskunden nicht vergessen werden sollten. Diese sind wertvoll und liefern großes (Kauf-)Potential, welches genutzt werden sollte.
Für die Leadgeneration (Daten generieren) sowie Learnings aus verschiedenen Zielgruppen (eines Unternehmens; einer Marke) zu ziehen, sei es essentiell, verschiedene Targeting-Variationen innerhalb der Facebook Marketing Strategie zu testen. Dynamic Product Audience (Retargeting), Customer Audience (Kundenliste), Lookalike Audience (statistischer Zwilling) und Interest Audience (Interessensfelder) wurden hier als besonders effektiv hervorgehoben.

Mit vollgeschriebenem Notizblock und einem knurrenden Magen ging es anschließend an das überaus reichhaltige Mittags-Buffet. Der Lunch bot reichlich viel Platz für den persönlichen Austausch – so konnten die neu gewonnen Eindrücke untereinander ausgetauscht werden.
Anschließend eröffneten Maggie Flick (Director Performances Sales von Outbrain) und Sandra Wu (Performance Marketer von Blinkist) dem Podium das Nachmittagsprogramm auf der Marketing Konferenz. Innerhalb eines Praxisbeispiels wurde plausibel visualisiert und erklärt wie die Download-Rate von Apps deutlich gesteigert werden kann. Native Advertising spielte hier eine große Rolle, da diese Werbemöglichkeit weniger werblich wirkt und gute Erfolge erzielt. Außerdem wurde anhand einer Studie verdeutlicht, dass sogenannte „Onliner“ im Durchschnitt auf mehr als sieben Social Media Plattformen einen Account angemeldet haben und diesen nutzen. Für die Promotion der App war – zumindest im Praxisbeispiel – der Einsatz von Lookalike Zielgruppen sehr sinnvoll. Dies hat einen Anstieg von 45% der Downloads erzielt und so einen positiven Effekt generiert.

DSGVO großes Thema

Gegen Ende des ersten Konferenztages stand ein Thema im Vordergrund, welches aktuell viele Marketer beschäftigt: Die neue Datenschutzgrundverordnung. Prof. Dr. Christoph Bauer (CEO und Founder von der ePrivacy GmbH) konnte den Anwesenden – dank seiner Expertise – einen Einblick in das komplexe Thema geben. Dabei nannte er sechs wesentliche Änderungen im Datenschutz:

  • DSGVO genießt den Anwendungsvorrang (das, was bisher gilt, wird nicht mehr gültig sein)
  • Personenbezogene Daten werden erweitert (IP-Adressen, Cookie-IDs, digitale Fingerprints, User-IDs etc.)
  • Berechtigte Interesse bei Onlinewerbung (personenbezogene Daten bei berechtigten Interessen) ohne Einwilligung der User
  • Opt-Out erforderlich – bei der Verarbeitung von Nutzungsdaten muss zwingend ein Widerspruch erforderlich sein
  • Gesteigerte Transparenzpflichten (Datenschutzerklärungen müssen überarbeitet werden)
  • Zukünftige Dokumentationspflicht (Rechenschaftspflicht)

Mit der im Anschluss stattgefundenen Diskussion, welche den richtigen Umgang mit Daten thematisierte, ging der erste Tag auf dem Marketing Gipfel auch schon zu Ende.

Am nächsten Tag startete der zweite Tag – der Workshop – und dieser hatte so einiges in petto! Am 25. April hatten die Konferenzbesucher die Möglichkeit an insgesamt sieben Vorträgen teilzunehmen, welche jeweils in 90 Minuten gezielt in die Tiefe des einzelnen Themas gingen.

Mehr US-Haushalte haben eine Prime Abo als Festnetz-Anschluss

Noch vor dem offiziellen Start um 9:30 Uhr, gab es reichlich viel Platz sich mit Tee, Kaffee und kleinen Snacks für den Vortrag mit Jens Jokschat, Gründer und Geschäftsführer von der PrimeUp GmbH vorzubereiten. Der Speaker ist Experte auf dem Themengebiet Amazon und gab dem Podium interessante Insights mit. Heutzutage werden beispielsweise 50 % der Produktsuche inzwischen über Amazon abgewickelt und die Produktsuche über Google rückt nach und nach in den Hintergrund. Außerdem teilte Jens Jokschat einen verblüffenden Funfact mit den Zuhörern: Deutlich mehr US-Haushalte haben ein Amazon Prime Abonnement (36 %) gegenüber einem Festnetz-Anschluss. Zudem konnte Amazon als Monopol betitelt werden, da es hier lediglich ein sehr kleine Anzahl an Wettbewerbern gibt. Interessant ist, dass 85 % der Kunden ihre Bestellung noch am selben Tag abschließen und darüber hinaus rund 30% der User nur bis auf die zweite Zielseite der Amazon-Produktsuche klicken. Aufgrund dessen ist es für Werbetreibende auf Amazon unabdingbar, die Auffindbarkeit ihrer „Produkte“ zu optimieren.

Nach einem informativen Einblick in das Universum des Online-Händlers Amazon ging es mit David McLoughlin von belboon GmbH weiter. Er sprach über performancefokussierte Maßnahmen vom App Launch bis zur Monetarisierung. Über 6.000 Apps werden täglich in den App-Store geladen. Deshalb empfiehlt der Experte: Get out of the crowd. App Icon, Beschreibung der App, Titel, Name, Keywords, Kategorie und die Screenshots in der App müssen fehlerfrei und vollständig sein. Auch hier gilt: Lieber mehr Zeit in die Vorbereitung investieren, als den Content schnell aus dem Ärmel zu schütteln. Außerdem empfiehlt der Experte, Push-Notifications einzubinden, um die User an die App zu binden und einen Mehrwert zu schaffen. Hier gibt es zum Beispiel die Möglichkeit Rabatte für Vielkäufer einzubinden.

Virales Marketing in nur 72 Stunden

Ein besonderes Highlight für die anwesenden Online-Marketer bot der Vortrag von Dr. Pascal Volz, Geschäftsführer von Fischer Appelt Performance. Darin erzählte er, wie er mit seinem ehemaligen Airberlin-Team einen neuen Arbeitgeber suchte – und dies innerhalb nur weniger Stunden erfolgreich tat. Hierzu hat das gesamte Team innerhalb von 72 Stunden eine Landing-Page, die unter dem Thema #Hireusasateam lief, konzipiert und aufgesetzt. Der One-Pager bestand aus einer Auflistung aller Teammitglieder, sowie deren Skills. Neben dem Einsatz von reichweitenstarken (teilweise persönlich bekannten) Influencern und Onlinern wurde die Kampagne zu 100 % auf Social Media (LinkedIN, Xing, Facebook und Twitter) geteilt. Das rein organische Sharing der Landingpage löste einen Schneeballeffekt und führte dazu, dass in kürzester Zeit rund 200 Jobangebote – davon 50 für das gesamte E-Commerce Team – evaluiert werden konnten. Letztendlich entschied sich das ehemalige Team für zwei große Arbeitgeber und schlug dementsprechend zwei (beruflich) unterschiedliche Wege ein – allerdings stehen sie noch heute in engem Kontakt zueinander. Für diese erfolgreiche Ziel-Evaluation nannte Dr. Pascal Volz sechs wesentliche Gründe, die für den Erfolg einer viralen Kampagne sorgen:

  • Bekanntes Thema/Medienpräsenz wählen
  • Gefühle der Rezipienten berühren
  • Kreativität zeigen
  • Speed/Timing haben
  • Gründe schaffen, die Kampagne zu supporten

Für die Umsetzung einer viralen Kampagne ist außerdem eine genaue Zielgruppenanalyse unabdingbar. Deshalb hat das Podium gemeinsam mit Dr. Pascal Volz bestimmte Zielgruppen zu verschiedenen Produkten ausgearbeitet (welche aus dem beruflichen Alltag der Anwesenden gegriffen wurden). Das Praxisbeispiel hat für einen WOW-Effekt bei allen Teilnehmern gesorgt.

Unser Fazit

Nach zwei spannenden Konferenztagen ging der CPX Performance Marketing Gipfel mit vielen interessanten Insights und informativen Tipps zu Ende. Vor allem die kleine Teilnehmerzahl und das Angebot an Workshops hebte die Konferenz vom Wettbewerb-Programm ab und deshalb können wir diese Veranstaltung durchaus weiterempfehlen und freuen uns schon auf spannende Vorträge im nächsten Jahr.

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By | Mai 17th, 2018|Blog, Recap|

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