Recap: Social Conference 2017

Mit Twitter zum mächtigsten Mann der Welt? Mit dieser rhetorischen Frage kam Keynote-Speaker Prof. Dr. Klemens Skibicki am Dienstag, den 14. November 2017 auf die Bühne der Social Conference in München und zog die Aufmerksamkeit der Zuhörer mit einem Schlag auf sich.

Auf der diesjährigen Social Conference, welche unter dem Titel „connecting customers conference“ in München veranstaltet wurde, trafen sich viele Marketing-Fachleute und Social Media Nerds – diese Gelegenheit ließen sich auch zwei Mitarbeiter der esc mediagroup GmbH nicht entgehen und waren gespannt auf die informativen (Fach-)Vorträge. Noch vor dem offiziellen Start um 9.00 Uhr Früh, gab es reichlich Platz sich mit Tee, Kaffee und kleinen Snacks unter die Menge bekannter und neuer Gesichter zu mischen und Kontakte zu knüpfen.

In seiner Keynote sprach Herr Prof. Dr. Skibicki über den Wandel des Internets und welche Touchpoints sich im Digitalen Netz 4.0 für Kunden und werbetreibende Unternehmen ergeben. Erste User-Touchpoints bestimmen schon jetzt den Wandel und werden den zukünftigen (Lebens-)Standard revolutionieren.

Einfache Online-Zahlungsmöglichkeiten als auch intelligente Smart Home Devices (wie zum Beispiel Amazon Alexa) vereinfachen vielen online affinen Nutzern das Leben – andererseits stellen sie aber auch Werbetreibende und die Marketing-Abteilungen großer Konzerne vor neue Herausforderungen. Vom Bankwesen bis hin zur Industrie, die Unternehmen müssen verstehen, dass sie zukünftig ihre Kunden mit einfach zu bedienenden Features und unkomplizierten Handlings halten und ködern müssen. Mit dem Zitat von Michael Dell „connect more closely with your costumers“ wurde der inspirierende Vortag beendet.

Facebook – unzählige Touchpoints bieten Chancen!

Regelmäßiges Publizieren von Beiträgen ist das A und O – so die Worte von Thomas Hutter als er mit seinem Vortrag auf die Bühne der Social Conference kam. Es kommt vor allem auf die Authentizität, eine korrekte Darstellung, eine stylische Umsetzung und die davon ableitende Zielsetzung, die jeder Post mit sich bringt, an. Aktuelle Themen sollten aufgegriffen werden, aber die Zeit des Cat-Contents ist vorbei.

Social Media bietet viele Interaktionspunkte für die User, ob sie nun auf einen Beitrag mittels Facebook-Reaktion reagieren, an einer Facebook-Veranstaltung teilnehmen, oder einen Beitrag von einer anderen Fanpage/ eines anderen Facebook User teilen – Touchpoints sollten innerhalb der Markenkommunikation mit den eigenen Kunden bewusst genutzt werden. Der Kundendialog funktioniert natürlich auch über Social Media. Es ist unabdingbar, den Fans authentische Antworten auf ihre gestellten Fragen zugeben. Mit vorgefertigten Standardantworten geben sich die User heutzutage nicht mehr zufrieden. Die Kommunikation mit den eigenen Fans, den Kunden, muss auf Augenhöhe geschehen. Nicht zuletzt sollte zu angemessenen Reaktionszeiten agiert werden.

Touchpoints verkaufsfördernd nutzen

Stichwort: Messenger-Dienste (Social Chatbots), auf die zukünftig vermehrt zurückgegriffen werden sollte, da sie die Kundenkommunikation in die zweite Runde bringen – der Kundendienst 2.0 ist geboren. Laut Hutter kommt es vor allem darauf an, dass Werbung zielgerichtet geschalten wird. Das Grundverhalten der Menschen hat sich nie geändert – eine Person reagiert nur auf die Werbebotschaft, die die eigenen Interessen und Bedürfnisse verkörpert und anspricht. Somit sollten Kampagnen nicht für die reine Masse konzipiert werden, sondern gezielt darauf geachtet werden, ob die Fans (potentielle Kunden) mit dem Content interagieren. Denn die Interaktionen zeigen, ob die Werbebotschaft richtig beim Leser angekommen ist. Stichwort: Zielgruppen-Targeting.

Diese Aussage wurde auch im nächsten Vortrag unterstrichen: „Warum in Brasilien bereits 96% der Kunden via WhatsApp mit Unternehmen kommunizieren und es endlich Zeit wäre über diese Touchpoints auch in Deutschland nachzudenken“. Die Kommunikationsvorteile des Messenger Dienst sind leicht zusammen zu fassen:  1.3 Mrd. aktive WhatsApp Nutzer (Stand Juli 2017), Nachrichten können einfach, direkt und kostengünstig übermittelt werden, die Kommunikation basiert auf Echtzeit, es greifen keine Algorithmen und die Öffnungsraten liegen weit über 90% der Textnachrichten. Jeder nutzt den Nachrichtendienst von WhatsApp! Allein in Deutschland ist die daily actiy source doppelt so groß wie die aktive Nutzerzahl von Facebook. WhatsApp könnte und wird wohl zukünftig einer der Marketingkanäle werden, der im Kundendialog nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Thomas Koch hielt seinen Vortrag ohne jegliche Visualisierung und stellte die Anwesenden vor die Frage „Welche Herausforderungen und Chancen neuartige Touchpoints in der Social Media Welt bieten?“. Reichweiten von über 100% bereiten vielen Mediaplanern „feuchte Träume“: Werbung immer und überall! Doch kommt die Werbebotschaft auch wirklich effizient und gezielt bei dem gewünschten Kunden an? Allein in Deutschland gibt es weitaus mehr mobile Endgeräte als Einwohner. Ist die bezahlte Werbeanzeige im Social Web, die man während der U-Bahn Fahrt liest, wirklich essentiell? Neue Touchpoints bieten auch digitale Screens, die in der klassischen Out-of-Home Werbung platziert werden. So sei laut Koch die Werbebotschaft eines Café-Herstellers, die über einen derartigen Screen in einer Einkaufspassage zur Mittagszeit geschalten wird, wesentlich effizienter, insofern das Ziel verfolgt wird, Passanten ins nächstgelegene Café-Haus zu führen. Werbetreibende müssen verstehen, wie sie mit der ersten Anzeige die Bedürfnisse der Zielgruppe ansprechen – und das am besten im perfekten Augenblick. Versinnbildlicht wurde diese Aussage mit dem Hinweis „the first cut is the deapest“.

Neue Touchpoints im Smart Home Bereich

In einer offenen Gesprächsrunde wurde heiß darüber diskutiert, ob die Mitarbeiter eines Unternehmens bereits erste Social Touchpoints bieten und sie als agierende Micro-Influencer betitelt werden können. Dieses Thema lieferte durchaus Futter für eine heiße Diskussion mit plausiblen und inspirierenden Denkanstößen für die Konferenz-Teilnehmer. Die Authentizität eines jeden großen Social Media Stars, der für eine Marketingkampagne ein Produkt vor die Linse hält, sollte durchaus hinterfragt werden.

Spannende Vorträge von Innogy und YEXT schilderten die Relevanz von intelligenten Systemen. Die Zukunft sei der Smart Home Bereich – egal ob eine Café-Maschine, die ohne jegliches Zutun eine Tasse Kaffee eigenständig zubereitet, ein selbstfahrendes Auto oder Virtual Reality am Arbeitsplatz – die Zukunft wird von intelligenten Systemen bestimmt, die neue Touchpoints bieten. Allein die Aufforderung „Alexa, Licht im Wohnzimmer anschalten“ stellt einen neuen Touchpoint dar. Kundenwünsche müssen auf einfachem Wege gestillt werden.

Mit informativen Vorträgen der beiden Big-Business-Player Google und Facebook, endete die Social Conference in München. Dr. Alexander Ellert (Google) sowie Paul Skorning (Facebook) schilderten beide analytische Herangehensweisen, unter anderem wie Daten aus den Plattformen genutzt werden können um plausible Auswertungen zu erstellen. Stichworte: Datengetriebene Attribution und people based measured, sollten im Analytic-Bereich beachtet werden. Daraus können Lerneffekte gezogen werden. Allgemein lassen sich aus der Customer Journey Rückschlüsse für die Content-Kreation ziehen.

Alles in allem bietet diese Konferenz viele interessante Vorträge, wissenswerte Informationen und vor allem Marketingbegeisterten und hungrigen Social Media Managern ein spannendes Event aus der Branche – welches man definitiv einmal miterlebt haben sollte.

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By | November 17th, 2017|Blog, Recap|

Autor:

Social Media Manager